Tagebaue


Rückstellungen: Stresstest für dubiosen Braunkohle-Käufer EPH gefordert. Petition schon über 3000 Mitzeichner Drucken E-Mail
Dienstag, den 07. Juni 2016 um 10:23 Uhr

Mit einer Petition fordert Hannelore Wodtke aus Welzow den Brandenburgischen Finanzminister Christian Görke (LINKE) auf, den umstrittenen Käufer der Lausitzer Braunkohlesparte - die tschechisch-zypriotische Finanz- und Energie-Holding EPH - mit einem Stresstest zu überprüfen. „Mit seinen undurchsichtigen Firmenstrukturen könnte der Konzern sich leicht seiner Verantwortung für die Region entziehen. Wenn EPH rigoros Kapital abzieht, bleibt Brandenburg auf den Folgekosten der Tagebaue sitzen“, mahnt Wodtke. Die am letzten Donnerstag gestartet Petition konnte binnen weniger Tage schon über 3000 Mitzeichner gewinnen (https://weact.campact.de/petitions/stresstest-fur-vattenfalls-braunkohle-kaufer)

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20. Juni in Welzow: Gegen neue Tagebaue - Hunderte wollen gelbes Protest-X in Proschim bilden Drucken E-Mail
Donnerstag, den 18. Juni 2015 um 13:12 Uhr

protest x 295x300Mehrere hundert Einwohner wollen mit Unterstützung von Aktivisten am Sonnabend, 20.6. ab 13.00 Uhr in dem von der Abbaggerung bedrohten Bioenergiedorf Proschim ein riesiges gelbes X mit allen Teilnehmern bilden. Das gelbe X steht in Ostdeutschland für den Protest gegen neue Tagebaue und CO2-Verpressung. Trotz Energiewende und Klimawandel halten die Landesregierungen in Sachsen und Brandenburg weiter an die Braunkohle fest: Drei Tagebauerweiterungen befinden sich aktuell im Planungsverfahren. Die Teilnehmer wollen ein Zeichen für den mittelfristigen Ausstieg aus der Braunkohle setzen

Die Aktion beginnt 12:45 Uhr mit einer Andacht mit Pfarrer Schütt in der Dorfkirche Proschim. Kantor Johannes Kapelle und die bündnisgrüne Landtagsabgeordnete Heide Schinowsky werden die Andacht musikalisch mit Orgel und Querflöte begleiten. Das Proschimer Urgestein Kapelle hatte mit einem Internet-Video „Opa ohne Lobby“ im Jahr 2013 über die geplante Vertreibung aus.

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Vogelgezwitscher lauter als Tagebaulärm?: Bergbaubehörde lehnt Messungen von Lärmbelastung in Welzow ab - Betroffene für Nachtarbeitsverbot Drucken E-Mail
Donnerstag, den 19. September 2013 um 09:57 Uhr

Auf der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung (SVV) im Welzower Rathaus sprach sich am Mittwochabend das zuständige Landesbergamt gegen Messungen der Lärmbelastung aus dem benachbarten Braunkohle-Tagebau aus. Hannelore Wodtke von der Bürgerinitiative "Vermutete Bergschäden" forderte daraufhin ein immer wieder in Rede stehendes Nachtarbeitsverbot am Tagebau Welzow von 22.00 Uhr bis 06.00 Uhr. Offensichtlich kann oder will das Landesbergamt nicht seiner rechtlich festgeschriebenen Kontrollpflicht nachkommen. Dann müsse der Konzern seine Produktion über Nacht eben einstellen, so Wodtke am Rande der Sitzung. Die Ausflüchte des Bergamtes bezeichnete die Welzowerin als "hanebüchen".

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Brandenburg: Neues Gutachten unterstreicht das Risiko eines Erdrutsches durch den geplanten Tagebau Welzow-Süd II Drucken E-Mail
Dienstag, den 03. September 2013 um 10:59 Uhr

Ein neues Greenpeace-Gutachten unterstreicht das Risiko eines Erdrutsches durch den neu geplanten Tagebau Welzow-Süd II. Durch den geplanten Braunkohletagebau Welzow-Süd II drohen massive Erdrutsche sowie ein Dammbruch.

Dies weist Greenpeace durch eine neue Studie nach. Die Gefahr einer katastrophalen Rutschung durch den von Vattenfall geplanten Tagebau bedroht insbesondere das Dorf Lieske. Der Ort würde künftig auf einem bis zu 600 Meter schmalen Damm zwischen dem Sedlitzer See und dem tieferliegenden geplanten Tagebau liegen. Ein Leck an der unterirdischen Dichtwand zwischen See und Tagebau könnte Teile des Damms und damit des Dorfs abrutschen lassen. Das belegt ein von Greenpeace in Auftrag gegebene Gutachten des Geologen Dr. Ralf Krupp. "Der Sicherheitsabstand zwischen Tagebau und Sedlitzer See ist viel zu gering. Der neue Tagebau gefährdet Leib und Leben der Anwohner und Bergleute im Tagebau", sagt Gerald Neubauer, Energie-Experte von Greenpeace.

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Der Tagebau Welzow-Süd, Teilfeld I Drucken E-Mail
Mittwoch, den 23. Mai 2012 um 06:47 Uhr

Kohlevorrat und -verwendung

Zum 1. Januar 2011 lagen im genehmigten Abbaufeld noch 367 Millionen Tonnen Kohle. Das Kraftwerk Schwarze Pumpe könnte damit bei einem Jahresverbrauch von 12 Mio. t bis zum Jahr 2040 versorgt werden. Tatsächlich plant Vattenfall aber große Anteile der Kohle im älteren und ineffizienteren Kraftwerk Jänschwalde zu verbrennen, einem der fünf klimaschädlichsten Kraftwerke Europas. Dazu dient eine betriebseigene Kohleverbindungsbahn. In den vergangenen Jahren stieg der nach Jänschwalde transportierte Anteil sogar an.

Umsiedlungen

Seit seinem Aufschluß in den 1960er Jahren zerstörte der Tagebau Welzow-Süd die Orte Gosda, Jessen, Pulsberg (teilweise), Roitz/Josephsbrunn, Stradow, Groß Buckow, Radewiese, Straußdorf und Wolkenberg/Dolland. Nach der politischen Wende kamen die Umsiedlungen von Kausche/Klein Görigk, Geisendorf/Sagrode und Haidemühl/Karlsfeld-Ost hinzu. Er verursachte damit insgesamt 3535 Umsiedlungen. (Dabei können die Umsiedlerzahlen aus der DDR-Zeit auch untertrieben sein.)
Anfang der 1990er Jahre wurde der Ort Steinitz nach umfangreichen Protesten aus dem Abbaugebiet ausgenommen.

Randbetroffenheit

Von Osten kommend hat der Tagebau etwa 2008 die Endstellung vor Neupetershain erreicht und schwenkt nun schrittweise in das sogenannte „Südfeld“ ein, wo er direkt an der Stadt Welzow vorbeiziehen wird. In einem Einwohnerantrag vom Januar 2010 forderten etwa 33 % der Bewohner der Stadt Welzow eine Entschädigung vom Bergbaubetreiber Vattenfall für die Belastungen des genehmigten Tagebaues (Teilfeld I). Vattenfall äußert dazu nur „Bereitschaft zur Verhandlung im Zusammenhang mit der Genehmigung des Braunkohlenplanes“ zum Teilfeld II. Beeinträchtigungen des bestehenden Tagebaues sollen also nur (eventuell) ausgeglichen werden, wenn der neue Tagebau durchgesetzt werden kann. Hier versucht Vattenfall, die Bürger vor der Öffentlichkeitsbeteiligung zum Braunkohlenplan auf primitivste Weise unter Druck zu setzen.

Planungsentscheidungen

Der erste Braunkohlenplan zum Tagebau Welzow-Süd Teilfeld I wurde Ende 1993 vom Landeskabinett beschlossen. Nach einer Verfassungsbeschwerde der Gemeinde Grießen stellte sich im Jahr 2000 die gesamte bisherige Braunkohlenplanung Brandenburgs als nicht verfassungskonform heraus. Auch der Braunkohlenplan Welzow I wurde deshalb neu aufgestellt und am 21.06.2004 für verbindlich erklärt.


Im ehemaligen Haidemühl, Sept. 2011 (Foto: GRÜNE LIGA)

 


Vermutlich ein Bergschaden: Strasse auf gewachsenem Land bei Neupetershain, Sept. 2011 (Foto: GRÜNE LIGA)

Der Beitrag wurde dankenswerter Weise von der GRÜNEN LIGA/ Umweltgruppe Cottbus zur Verfügung gestellt