Heftiger Sandsturm aus dem Tagebau verdunkelte Welzow – Umweltausschussvorsitzende für Offenlegung der Pläne von Vattenfall für Wetterextreme Drucken E-Mail
Donnerstag, den 24. Juli 2014 um 10:45 Uhr

sandsturm jaenschwalde juli2014Ein heftiger Sandsturm traf am Mittwochabend die Stadt Welzow mit voller Wucht. Aus dem benachbarten Tagebau wurden enorme Mengen an Straub und Sand durch die Luft geweht, die den Himmel verdunkelten. „Es kribbelt in den Augen, es knirscht zwischen Zähnen! Ich brauch den Sch.... echt nicht!“ schrieb eine Welzowerin im sozialen Netzwerk Facebook und stellte ein Video des Sandsturms online. „So schlimm war es schon lange nicht mehr“, sagte die Stadtverordnete Hannelore Wodtke (Parteilos). Der Sand kroch in alle Ritzen und wirkte wie Schmirgelpapier. Auto konnten nur mit Licht fahren und frisch gewaschene Wäsche auf der Leine war im Handumdrehen schmutzig. Über die gesamte Stadt legte sich ein Schicht aus Sand, Staub und Dreck, berichtet Wodtke.

Das Telefon der neugewählten Vorsitzenden des Welzower Umweltausschuss stand an diesem Abend nicht mehr still. Besorgte Anwohner verlangten von ihr die Unterbrechung der Arbeiten im benachbarten Tagebau anzuordnen. „Als gewählte Vertreterin kann ich nur einen Appell Vattenfall richten und nicht anordnen“, erklärte die Stadtverordnete. Wodtke meldete sich daraufhin beim Bereitschaftsdienst des Bergbauunternehmens Vattenfall und bat um eine Aussetzung, da der Bagger immer mehr Sand aufwühle, der dann in die Luft geschleudert wurde. Noch während des Sturmes fuhren Hannelore Wodtke und Regina Reichmuth (beide „Grüne Zukunft Welzow“) an den Tagebaurand um sich ein Bild von der Lage zu machen: „Die Sprinkleranlagen im Tagebau haben garnichts gebracht. Der Sand fegte einfach über die Wasserfontänen hinweg“, bemerkte Wodtke.
 
Die Vorsitzende des Welzower Umweltausschuss will nun mit Vattenfall das Gespräch suchen. „Ich wurde mich freuen wenn der Konzern sein Konzept zum Schutz der Menschen und ihres Eigentums bei Wetterextremen in einer Einwohnerversammlung vorstellen würde und mit den Bürgern diskutiert“. Die Wetterextreme nehmen in den letzten Jahren zu, insbesondere für die Regionen rund um die Tagebaue. So traf erst Anfang Juli diesen Jahres ein Sandsturm, der aus dem Tagebau Jänschwalde fegte, frontal die umliegenden Tagebaurandgemeinden. Auch erinnern sich die Welzower immer noch an den Hagel im letzten Sommer, bei dem Eisbrocken in Tischtennisballgröße vom Himmel gefallen sind und enorme Schäden hinterlassen haben, so Wodtke.
 
„Es kann nicht sein, dass wir mit den Belastungen derart alleine gelassen werden“, kritisierte Wodtke: „Aus Potsdam hören wir immer, der Strom aus der Braunkohle wird für den Export gebraucht, während der Profit wird nach Schweden transferiert wird. Bei uns bleiben Dreck und Lärm. So geht kann es nicht weitergehen, sagte Wodtke.
 
Link zum Video des Sandsturms



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Heftiger Sandsturm aus dem Tagebau verdunkelte Welzow – Umweltausschussvorsitzende für Offenlegung der Pläne von Vattenfall für Wetterextreme

 

Ein heftiger Sandsturm traf am Mittwochabend die Stadt Welzow mit voller Wucht. Aus dem benachbarten Tagebau wurden enorme Mengen an Straub und Sand durch die Luft geweht, die den Himmel verdunkelten. „Es kribbelt in den Augen, es knirscht zwischen Zähnen! Ich brauch den Sch.... echt nicht!“ schrieb eine Welzowerin im sozialen Netzwerk Facebook und stellte ein Video des Sandsturms online. „So heftig war es schon lange nicht mehr“, sagte die Stadtverordnete Hannelore Wodtke (Parteilos). Der Sand kroch in alle Ritzen und wirkte wie Schmirgelpapier. Auto konnten nur mit Licht fahren und frisch gewaschene Wäsche auf der Leine war im Handumdrehen schmutzig. Über die gesamte Stadt legte sich ein Schicht aus Sand, Staub und Dreck, berichtet Wodtke.

 

Das Telefon der neugewählten Vorsitzenden des Welzower Umweltausschuss stand an diesem Abend nicht mehr still. Besorgte Anwohner verlangten von ihr die Unterbrechung der Arbeiten im benachbarten Tagebau anzuordnen. „Als gewählte Vertreterin kann ich nur einen Appell Vattenfall richten und nicht anordnen“, erklärte die Stadtverordnete. Wodtke meldete sich daraufhin beim Bereitschaftsdienst des Bergbauunternehmens Vattenfall und bat um eine Aussetzung, da der Bagger immer mehr Sand aufwühle, der dann in die Luft geschleudert wurde. Noch während des Sturmes fuhren Hannelore Wodtke und Regina Reichmuth (beide „Grüne Zukunft Welzow“) an den Tagebaurand um sich ein Bild von der Lage zu machen: „Die Sprinkleranlagen im Tagebau haben garnichts gebracht. Der Sand fegte einfach über die Wasserfontänen hinweg“, bemerkte Wodtke.

 

Die Vorsitzende des Welzower Umweltausschuss will nun mit Vattenfall das Gespräch suchen. „Ich wurde mich freuen wenn der Konzern sein Konzept zum Schutz der Menschen und ihres Eigentums bei Wetterextremen in einer Einwohnerversammlung vorstellen würde und mit den Bürgern diskutiert“. Die Wetterextreme nehmen in den letzten Jahren zu, insbesondere für die Regionen rund um die Tagebaue. So traf erst Anfang Juli diesen Jahres ein Sandsturm, der aus dem Tagebau Jänschwalde fegte, frontal die umliegenden Tagebaurandgemeinden. Auch erinnern sich die Welzower immer noch an den Hagel im letzten Sommer, bei dem Eisbrocken in Tischtennisballgröße vom Himmel gefallen sind und enorme Schäden hinterlassen haben, so Wodtke.

 

„Es kann nicht sein, dass wir mit den Belastungen derart alleine gelassen werden“, kritisierte Wodtke: „Aus Potsdam hören wir immer, der Strom aus der Braunkohle wird für den Export gebraucht, während der Profit wird nach Schweden transferiert wird. Bei uns bleiben Dreck und Lärm. So geht kann es nicht weitergehen, sagte Wodtke.

 

Link zum Video des Sandsturms

https://vimeo.com/101600997

 

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