Vattenfall-Tagebau in Welzow riskiert lebensgefährlichen Erdrutsch - Greenpeace-Gutachten mit Entsetzen aufgenommen

karte gp lieskeMit Entsetzen nahmen die Einwohner der Tagebauregion Welzow das heute durch die Umweltorganisation vorgelegte Gutachten auf, wonach der geplante Braunkohletagebau des Energiekonzerns Vattenfall Welzow-Süd II lebensgefährliche Risiken berge. Der Untersuchung zufolge könne der Ort Lieske – der in Zukunft unmittelbar an den neuen Tagebau grenzen soll - durch einen Erdrutsch zerstört werden. „Unsere schlimmsten Vorahnungen wurden jetzt gutachterlich bestätigt“, sagte der Sprecher des Bündnisses „Allianz für Welzow“ Günther Jurischka.

Die Probleme mit den bereits bestehen Tagebauen oder den Folgelandschaften sind noch nicht einmal im Ansatz beherrschbar, wie die unzähligen Rutschungen und Flächensperrungen in der Lausitz belegen. Im letzten Jahr (Stand: 31.03.2011) waren alleine im brandenburgischen Teil des Lausitzer Reviers sage und schreibe insgesamt 21.598 ha (216 km²) als „geotechnische Sperrgebiete“ ausgewiesen.

Die derzeit von Vattenfall geplante 10 Kilometer lange und 100 Meter tiefe Dichtwand zwischen dem zukünftig entstehende Tagebau-See und dem geplanten Tagebau bezeichnet Jurischka als „Beruhigungsspille“. Wenn etwas schief gehen sollte, haben die Menschen hier den Schaden, und müssen womöglich noch mit ihrem Leben dafür bezahlen, kritisiert Jurischka das Vorhaben. Auch in dem aktuellen Gutachten sieht man die Dichtwand kritisch: „Auf Grundlage der hier vorliegenden Unterlagen bestehen Zweifel, dass die bereits im Bau befindliche Dichtwand auf ihrer vollen Länge in eine geeignete grundwasserstauende Tonschicht einbindet. Hierdurch besteht die Gefahr der Unterströmung. Es scheinen keine Berechnungen vorzuliegen, ob die Böschungs-Profilierungen ausreichend auf der sicheren Seite liegen, um einen durch Unterströmung denkbaren hydraulischen Grundbruch ausschließen zu können“, heisst es in der geologischen Untersuchung.

Wir brauchen weder Dichtwände, noch halbgare Beteuerungen, dass schon alles sicher sei, sagt Jurischka. Eine echte Zukunft hat die Region nur, wenn endlich mal Schluss ist mit der unsäglichen Kohleförderung. Die rotrote Landesregierung müsse neuen Tagebauen endlich einen Riegel vorschieben, statt immer mehr Abbagerungen wertvollen Bodens zu genehmigen. Das Land, die Umwelt und die hier lebendenden Menschen sollten der Landesregierung unter Matthias Platzeck (SPD) endlich mehr Wert sein als der fossile Rohstoff Braunkohle, so der Allianz-Sprecher.

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