Verkauf der Braunkohle von Vattenfall: Welzower Politiker für ernsthafte Prüfung des Greenpeace-Angebots Drucken E-Mail
Dienstag, den 20. Oktober 2015 um 12:08 Uhr

Welzower Lokalpolitiker setzen Hoffnungen in den geplanten Greenpeace - Einstieg  in die Braunkohlesparte von Vattenfall: "Wir fordern den Schwedischen Staat auf, dass Angebot ernsthaft zu prüfen", sagte die Vorsitzende des Welzower Umweltausschusses Hannelore Wodtke. Die Umweltorganisation reichte heute offiziell ein sogenanntes "statement of interest" ein. Greenpeace wolle demnach die Lausitzer Braunkohle in eine Stiftung überführen und bis etwa 2030 die Förderung mittelfristig auslaufen lassen. "Damit wäre unser Dorf gerettet und wir bekommen endlich Planungssicherheit", sagte der Proschimer Günter Jurischka (CDU). Derzeit herrscht bei uns erhebliche Unsicherheit, ob der neue Tagebau kommt oder nicht. Investitionen werden daher kaum noch getätigt. Mit Greenpeace als Eigner der Braunkohle und einem klar definierten mittelfristigen Auslaufen der Braunkohle, hätte die Lausitz endlich wieder eine Zukunftsperspektive, so Jurischka.

Tschechische Konzerne finden hingegen vor Ort wenig Anklang: "Wenn an die Tschechen verkauft wird, geht die Hängepartie weiter", befürchtet Wodtke. "Die Zeichen im Bund stehen auf Kohleausstieg, nur in Brandenburg und Sachsen sollen weiterhin Dörfer der Kohle weichen. Das werden wir nicht hinnehmen", sagt die Kreischefin der Bündnisgrünen Spree-Neiße Karin Noack aus Welzow. Wenn der tschechische Konzern EPH und der Finanzkonzern PPF verkündeten eine eigene Firma zu gründen, kann man doch schon ahnen, wo die Reise hingeht. Aus der Lausitz den letzten Cent rauspressen und sich dann verabschieden, ohne Verantwortung zu übernehmen, befürchtet Noack. Zudem wurde erst unlängst bekannt, dass gegen den damaligen Verkauf des Mitteldeutschen Braunkohlekonzerns MIBRAG an EPH ein Ermittlungsverfahren gegen den Geschäftsführer eingeleitet wurde.

Eine Studie im Auftrag von Greenpeace zufolge, soll der derzeitige Marktwert der Braunkohlesparte weniger als eine halbe Milliarde betragen. "Potentielle Interessenten, wie die tschechischen Energiekonzerne EPH und CEZ müssten um Wirtschaftlichkeitsprobleme wissen. So machte der tschechische Oligarch Daniel Kretinsky, Eigentümer des Energiekonzerns EPH, bereits im vergangenen März deutlich, dass er nur dann bereit sei, die Braunkohlesparte zu übernehmen, wenn er die Kohle bis 2050 auf derzeitigem Niveau weiter verstromen kann", so Noack.