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Land sieht keinen „Bedarf“ für EU-geförderte Löschflugzeuge. Möglicher Grund: Unter Flugplatz Welzow liegt Braunkohle

Luftbild mit Landebahn und Wasserlandeplatz Sedlitzer See (www.ideengruen.de | markus pichlmaier)Mit Enttäuschung reagierte die Welzower Stadtverordnete Hannelore Wodtke (Grüne Zukunft Welzow) auf die Aussage der Brandenburger Landesregierung, dass trotz der massiven Waldbrände in diesem Jahr kein Bedarf an Löschflugzeugen bestehe. Laut der Märkischen Allgemeinen Zeitung sieht das Innenministerium keinen "Verbesserungsbedarf" bei der derzeitigen Bekämpfung von Bränden. "Ich bin entsetzt, wie schnell die Landesregierung einen Vorschlag, der den Strukturwandel in der Lausitz unterstützen würde, aus dem fernen Potsdam abgebügelt wurde. Noch nicht mal Kontakt wurde mit uns oder den regionalen Projekt-Unternehmen gesucht", kritisiert Hannelore Wodtke, die die Region auch in der Kommission für Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung ("Kohlekommission") vertritt. Ende September stellte Wodtke zusammen mit Brandenburger und sächsischen Unternehmen, wie Frank-Air und der Dresden Aerospace AG ein Konzept vor, nach dem sich der Flugplatz Welzow aufgrund der einzigartigen Lage für den Aufbau einer europäischen Löschflugzeugstaffel hervorragend eignen würde. Die Kosten dafür könnten überwiegend von der EU getragen werden.

"Eine vernünftige Landesregierung würde Ideen aus der Region aufgreifen. Was es jetzt eigentlich braucht, ist eine Machbarkeitsstudie. Damit müsste das Land bei der EU und dem Bund vorstellig werden", sagt Wodtke. Die Welzowerin hat auch eine Vermutung, warum sich die Landesregierung so vorschnell gegen das Vorhaben stellt. "Unter dem Flugplatz liegt Braunkohle, und ein Teil davon ist Bestandteil des neuen Tagebaus Welzow II", erläutert Wodtke. Erst am Sonntag erklärte SPD-Ministerpräsident Dietmar Woidke, dass der Kohleausstieg seiner Meinung nach erst nach 2040 kommen sollte. Das bedeutet auch, dass der neue Tagebau Welzow II nochaufgeschlossen werden müsste. Damit würden nicht nur der Flugplatz, sondern auch Teile der Stadt Welzow und das Dorf Proschim dem Bagger zum Opfern fallen und über hundert lokale Arbeitsplätze im Bereich Landwirtschaft und Erneuerbare Energien ersatzlos wegfallen. "Auch unser Vorhaben der Schaffung einer Löschflugstaffel zusammen mit einem Ausbildungszentrum könnten dann nicht umgesetzt werden", gibt Wodtke zu bedenken. Immerhin könnten bis zu 200 neue Arbeitsplätze in der Region entstehen, und Waldbrände könnten bereits in der Entstehungsphase gelöscht werden, anstatt tagelang vom Boden aus bekämpft zu werden.

Entmutigen lassen will sich die Welzower Stadtverordnete von der Landesregierung nicht. Am Donnerstag wird die Löschflugstaffel auf ihren Vorschlag hin Thema bei der Lausitzfahrt der Kohlekommission; auch bei der "Kohle-Plattform für Strukturwandel" der EU-Kommission" ist das Projekt bereits zur Bewertung eingereicht. Nun soll auch Kontakt mit dem Technischen Hilfswerk aufgenommen werden, das das Projekt bereits befürwortet hatte.

Mehr Informationen über das Projekt

http://www.allianz-für-welzow.de/images/dokumente/Inputpapier.pdf

MAZ: Ministerium sieht kein Bedarf an Löschflugzeugen: http://www.maz-online.de/Brandenburg/Nach-Waldbraenden-in-Brandenburg-Ministerium-sieht-kein-Bedarf-an-Loeschflugzeugen