Startseite

Landkreis Spree-Neiße gegen Zweigstelle für KfZ-Zulassung in Tagebaustadt: „Welzow wurde eiskalt abgebügelt“

IMG 0493Welzow bekommt nun doch keine Zweigstelle für die KfZ-Zulassung. Ob wohl das Projekt schon in den Startlöcher stand, entscheid sich der Landkreis Spree-Neiße gegen die Stadt am Tagebau. Tiefe Enttäuschung gab es bei der Stadtverordneten Hannelore Wodke (Grüne Zukunft Welzow):

"Welzow wurde eiskalt abgebügelt. Keiner hat auch nur ein Wort mit uns geredet. Von der Entscheidung haben wir aus der Zeitung erfahren". Nach erheblichen Unmut über der Schließung der KfZ-Zulassungsstelle in Spremberg aus Kostengründen im letzten Jahr kündigte der Landrat Harald Altekrüger (CDU) an, über eine weitere Zweigstelle nachzudenken. Autofahrer müssen derzeit bis in die äußerste Ecke des Landkreises nach Forst/Lausitz an der polnischen Grenze fahren um ihr Kraftfahrzeug anzumelden. Das trifft insbesondere Einwohner des westlichen Teils des Landkreises Spree-Neiße.

Unklar ist auch, wie die Entscheidung gegen Welzow gefallen ist. Wodtke hatte Landrat Altekrüger bereits im April ein langes Schreiben zukommen lassen. Mit einem konkreten Objekt in Welzow, einem potentiellen Investoren, sogar an eine Imbiss-Möglichkeit wie auch einen Zeitungskiosk wurde gedacht. "Es gab noch nicht einmal einen kurzen Anruf oder eine Reaktion vom Kreis", moniert die Stadtverordnete. Stattdessen wurde über die Fachbereichsleiterin in Spree-Neiße für Verkehr Marlies Kulka gegenüber der Presse in Sachen Welzow verkündete: "Der Landkreis beabsichtigt keine Neuerrichtung, keinen Kauf und auch keine Anmietung eines Objektes für eine Kfz-Zulassungsstelle". Landrat Altekrüger wolle lieber mit Cottbus Gespräche führen.

Die Einführung der landesweit internetbasierten Kfz-Zulassung ab 2019 stellt zwar eine Verbesserung dar, kann aber kein "Allheilmittel" sein, meint Wodtke: "Gerade für die Älteren, die noch nicht so internetaffin sind, stellt eine Online-Anmeldung keine echte Lösung dar. Welzow hätte es gutgetan diese Zulassungsstelle einzurichten, denn das würde Bewegung in die Stadt bringen". Eine Zweigstelle hätte neue Jobs und Gäste in die Stadt gebracht. Es sei bedauerlich, dass zwar allerorten über den Strukturwandel redet, aber wenn es konkret wird, dann wird doch alles wie immer in Hinterzimmern von politischen Amtsstuben entschieden, kritisiert Wodtke.