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Tagebau Welzow: Umweltverband untersuchte „Schwarzen Schnee“: Tagebaurandbetroffene fordern Aufklärung von der Landesregierung

Nach den Ergebnissen des Umweltverbandes BUND Brandenburg soll der „Schwarze Schnee“ - der Mitte März in Welzow und die Umgebung niederrieselte - Schadstoffe wie Quecksilber, Blei und Arsen enthalten. Die Vorsitzende des Welzower Umweltausschuss Hannelore Wodtke (Grüne Zukunft Welzow - GZW) fordert Aufklärung von der Landesregierung: „Es ist dringend geboten, dass sich die Landesregierung endlich einmal bewegt und eigene Untersuchungen anstellt anstatt sich gutgläubig auf den Bergbaubetreiber zu verlassen. Wenn ich mir die toxische Liste der Untersuchung des Umweltverbandes ansehe, klingeln bei mir die Alarmglocken“, sagt Wodtke.

Als „absolut unverständlich“ bezeichnete Wodkte die damalige Absage einer Untersuchung des „Schwarzen Staubes“ durch die Landesbehörden. Die Umweltpolitikerin hatte unverzüglich nach dem Auftreten des „Schwarzen Schnees“ eine Proben gesammelt und eine davon an das Landesumweltamt geschickt. Die Behörde lehnte eine Untersuchung allerdings ab, weil man sich nicht zuständig fühlte, und schickte die Probe ungeöffnet zurück. „Bei den Landesbehörden muss nach den neuen Erkenntnissen ein Umdenken stattfinden. Gerne kann ich erneut eine Probe zukommen lassen um sie untersuchen zu lassen“, fordert Wodtke.

Grundsätzlich müsse auch geklärt werden, wo wir Werte einsehen können, nach welchen Parametern und wie oft gemessen wird, fordert Wodtke: „Wir Bürger am Tagebaurand haben auch ein Anrecht auf saubere Luft. Durch den „Schwarzen Schnee“ wurde einmal deutlich, welche Luftbelastung wir tagtäglich ausgesetzt sind“.

Der tschechische Bergbaubetreiber LEAG hat erst vor wenigen Wochen eine eigene Untersuchung machen lassen. Demnach soll es sich um „Kippensand“ aus dem Tagebau handeln. Mehr ist nicht bekannt, da die Untersuchung des Bergbaubetreibers der Öffentlichkeit nicht zugänglich ist. Wodtke will sich jetzt um eine Akteneinsicht bemühen.